▸ LEADEROS JOURNAL · FELDNOTIZEN
Kündigungsgespräch richtig führen.
Das schwierigste Gespräch das du als Führungskraft führen wirst. Drei unverhandelbare Regeln, ein klares Skript, was du explizit NICHT sagen darfst · auch wenn es sich richtig anfühlt.
Von Wlad Jachtchenko · 2. Juli 2026
Ein Kündigungsgespräch ist das härteste Gespräch deines Führungs-Alltags. Du wirst es weniger als zehnmal in deiner Karriere führen, jedes davon zählt. Hier ist die Variante die rechtlich sauber und menschlich fair ist.
Drei unverhandelbare Regeln.
- Niemals am Freitagnachmittag. Die Person geht ins Wochenende mit der Nachricht und ohne Möglichkeit zu reagieren. Wähle Dienstag- oder Mittwochmorgen.
- Niemals alleine ohne HR. Rechtssicherheit. Plus: der HR-Vertreter kann die operativen Themen übernehmen (Abrechnung, Zugänge), du kannst dich auf die menschliche Seite konzentrieren.
- Niemals mit Überraschung. Die Person sollte spätestens zwei Wochen vorher gewusst haben dass sie auf einem schweren Pfad ist (B-W-W-Feedback). Eine Kündigung als Schock ist Führungs-Versagen.
Das Skript in vier Minuten.
Eröffnung (30 Sekunden): "Anna, ich habe heute eine schwierige Nachricht. Wir haben uns entschieden unsere Zusammenarbeit zu beenden. Ich gehe gleich die nächsten Schritte mit dir durch."
Begründung (60 Sekunden): kurz, faktisch, ohne Schuldzuweisung. "Die Position hat sich in eine Richtung entwickelt die nicht zu deiner Stärke passt." Wer länger als 90 Sekunden begründet, öffnet eine Debatte die niemand mehr gewinnt.
Operatives (90 Sekunden): HR-Vertreter übernimmt. Letzter Arbeitstag, Übergabe-Plan, Abrechnung, Empfehlungsschreiben. Klar und schriftlich später nochmal.
Schweigen + Empathie (Rest der Zeit): du schweigst und hörst. Wenn die Person spricht: bestätige Gefühle ("das ist eine schwere Nachricht"), korrigiere keine Sache-Fakten, mache keine Versprechen.
Was du explizit NICHT sagen darfst.
- "Es liegt nicht an dir." Doch, sonst wäre die Entscheidung anders. Die Person wird es spüren und das Vertrauen verlieren.
- "Ich verstehe wie du dich fühlst." Du verstehst es nicht. Sage stattdessen: "Das ist eine schwere Nachricht. Nimm dir die Zeit die du brauchst."
- "Wir hatten keine Wahl." Doch, ihr hattet eine Wahl. Die Person hat ein Recht auf die Wahrheit dass die Entscheidung intern getroffen wurde.
- "Du wirst dafür dankbar sein." Niemand ist langfristig dankbar für eine Kündigung · und in dem Moment ist es zynisch.
Wenn du gerade auf ein Kündigungsgespräch vorbereitest und niemanden zum Drillen hast: in der 30-Min-Beratung üben wir das Skript einmal durch mit deinem konkreten Fall (anonymisiert). Das ersetzt keinen Anwalt · es ersetzt die Improvisation.