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Die 5 Argumentations-Levels: Von der Behauptung bis SEXIER.

Wlads Argumentations-Architektur aus „Weiße Rhetorik": sechs Stufen von der schlichten Behauptung (Level 0) bis zum 12-Module-Modell (Level 5) — und die Regel, wann welches Level reicht.

Von Wlad Jachtchenko · 21. Juli 2026

Die meisten Führungskräfte argumentieren immer gleich — egal ob sie dem Team den neuen Kaffeeautomaten erklären oder dem Vorstand eine Millionen-Investition verkaufen. Das ist der Fehler. In „Weiße Rhetorik" beschreibt Wlad Argumentation als Architektur mit Levels: je umstrittener die These, desto höher das Level, das du brauchst.

Wer für eine harmlose These das schwere Geschütz auffährt, wirkt belehrend. Wer für eine strittige These nur behauptet, wirkt schwach. Die Kunst ist nicht das eine perfekte Argument — es ist das richtige Level zur richtigen Zeit.

Die sechs Stufen im Überblick.

  1. Level 0 — Die schlichte Behauptung. „Wir sollten das Meeting auf 30 Minuten kürzen." Kein Beleg, keine Begründung. Reicht, wenn niemand widerspricht.
  2. Level 1 — Die kurze Begründung. Behauptung plus ein „weil". Der Alltag der meisten Führungskommunikation — und für unstrittige Themen völlig ausreichend.
  3. Level 2 — Das 3-B-Schema: Behauptung, Begründung, Beispiel. Das, was man in der Schule lernt. Solide für Themen mit leichtem Widerstand.
  4. Level 3 — Das Toulmin-Modell. Die akademische Struktur: Behauptung, Daten, Schlussregel, Stützung, Einschränkung, Ausnahme. Präzise, aber im Alltag oft zu schwer.
  5. Level 4 — Das SEXIER-Modell. Wlads sechsstufige Argumentations-Architektur für strittige Business-Thesen (Details unten).
  6. Level 5 — Das 12-Module-Modell. Die Maximalstufe für hochstrittige Thesen — etwa wenn ein Vorstand eine Strategie kippen soll, an der er selbst hängt. Ausführlich in „Weiße Rhetorik" beschrieben.

Level 4 im Detail: SEXIER.

SEXIER ist kein freistehendes Modell, sondern Level 4 dieser Architektur — der Arbeitsmodus für strittige Thesen im Business-Alltag. Sechs Schritte, jeder Pflicht:

  1. S — Statement: die Behauptung. Ein Satz, klar und angreifbar.
  2. E — Explanation: die Begründung. Warum stimmt das?
  3. X — eXample: das Beispiel. Konkret, nachprüfbar, aus der Welt deines Gegenübers.
  4. I — Impact: die Auswirkung. Was folgt daraus — für genau diese Zuhörer?
  5. E — Explanation of Impact: die Erklärung der Auswirkung. Warum ist diese Folge relevant und nicht bloß behauptet?
  6. R — Rebuttal: die Widerlegung der Gegenargumente. Du nimmst den stärksten Einwand vorweg und entkräftest ihn, bevor er fällt.

So wählst du das Level in der Praxis.

Stell dir vor jeder wichtigen Aussage eine Frage: Wie viel Widerstand erwarte ich? Nicken alle — Level 1, weiter im Text. Zögert die Hälfte — Level 2 mit einem starken Beispiel. Steht eine Entscheidung auf dem Spiel, bei der jemand etwas verliert — Level 4, vollständig durchgezogen. Und wenn jemand öffentlich seine Meinung ändern soll: Level 5, gut vorbereitet, nie improvisiert.

In der LeaderOS-Challenge drillst du die Level-Wahl an deinen echten Fällen: WladBot fragt nach deiner These, schätzt mit dir den Widerstand ein und baut das Argument auf dem passenden Level — inklusive Rebuttal auf den Einwand, der in deinem Meeting wirklich kommen wird.

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