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Wie viele Trainingstage braucht eine Führungskraft pro Jahr — ehrlich beantwortet.

Zu wenig Training und nichts bleibt hängen. Zu viel und das Tagesgeschäft leidet. Eine ehrliche Abwägung ohne runde Wunschzahl — und ein Plädoyer für kontinuierliche kleine Dosen statt seltener großer Blöcke.

Von Wlad Jachtchenko · 26. Juli 2026

Diese Frage kommt in fast jedem Budget-Gespräch mit HR: Wie viele Trainingstage pro Jahr sind realistisch? Die ehrliche Antwort ist unbequem, weil sie keine runde Zahl liefert. Sie hängt davon ab, wie die Tage verteilt sind — nicht nur davon, wie viele es sind.

Das Zwei-Tage-Block-Problem

Die meisten Unternehmen budgetieren Führungskräftetraining in Blöcken: zwei Tage im Frühjahr, vielleicht zwei im Herbst. Klingt effizient, weil es den Kalender wenig fragmentiert. Das Problem: Wissen, das an einem Block-Tag vermittelt wird, verblasst messbar innerhalb weniger Wochen, wenn es nicht sofort angewendet wird — und genau das ist bei einem Zwei-Tage-Block der Regelfall.

Das Zu-viel-Problem: wenn Training das Tagesgeschäft frisst

Die Gegenreaktion vieler HR-Teams auf das Verblassungs-Problem: mehr Blöcke ansetzen. Vier, fünf Tage im Jahr. Das löst das eigentliche Problem nicht — es verschiebt nur, wie oft die Führungskraft aus dem Tagesgeschäft gerissen wird, ohne dass die Retention besser wird. Mehr seltene Blöcke sind immer noch seltene Blöcke, nur öfter.

Was die Forschung zum Vergessen nahelegt

Ohne konkrete Wiederholung verblasst neu Gelerntes steil — das ist der Kern der klassischen Vergessenskurve. Übertragen auf Trainingstage heißt das: ein einzelner, isolierter Tag ist fast wertlos, wenn danach monatelang keine Anwendung folgt. Die Wiederholungs-Frequenz entscheidet mehr über den Trainingserfolg als die absolute Stundenzahl.

Ein Plädoyer für kontinuierliche kleine Dosen

Statt zwei Tagen im Frühjahr und zwei im Herbst: fünfzehn Minuten pro Tag, kontinuierlich über das ganze Jahr. Das klingt nach weniger, ist aber in Summe oft mehr Trainingszeit — nur verteilt so, dass jede Einheit sofort an einer echten, aktuellen Situation angewendet werden kann. Kein Wissen, das drei Monate im Ordner liegt, bevor es zum ersten Mal gebraucht wird.

  1. Kleine, tägliche oder wöchentliche Einheiten statt seltener Ganztages-Blöcke.
  2. Jede Einheit direkt an einer aktuellen, echten Situation der Führungskraft verankern, nicht an einem generischen Fallbeispiel.
  3. Ganztages-Formate als Ergänzung behalten — für Themen, die echte Tiefe brauchen (z. B. Konfliktmoderation, Verhandlung) — aber nicht als einzige Trainingsform.
  4. Fortschritt messen, nicht nur Anwesenheit — sonst bleibt "wie viele Tage" die einzige verfügbare Kennzahl.

Die ehrliche Zahl, wenn man eine will

Wenn eine Hausnummer verlangt wird: zwei bis vier Tage konzentrierte Tiefen-Formate pro Jahr für Themen, die das brauchen (Verhandlung, Konfliktmoderation, große Präsentationen), kombiniert mit täglicher oder wöchentlicher Mikro-Praxis für den Rest. Nicht entweder-oder. Die Blöcke liefern Tiefe, die Mikro-Praxis liefert Retention. Beides isoliert funktioniert schlechter als beides kombiniert.

Die Frage ist nicht, wie viele Tage du investierst. Die Frage ist, wie oft du das, was du gelernt hast, benutzt, bevor du es vergisst.

— Wlad, Argumentorik-Akademie 2024

Ich habe 13 Bücher geschrieben und über 400.000 Klienten trainiert — die immer wiederkehrende Beobachtung: die Klienten mit dem größten Fortschritt waren nie die mit den meisten Trainingstagen, sondern die mit der konsequentesten täglichen Anwendung. LeaderOS ist genau darauf gebaut: die 30-Tage-Challenge ersetzt keine Tiefen-Workshops, aber sie liefert die tägliche Wiederholung, die zwischen den seltenen großen Blöcken sonst fehlt.

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