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OKR vs KPI · wann welche Methode wirklich passt.
Beide messen. Aber sie messen Unterschiedliches. Wer den Unterschied nicht kennt, kombiniert sie kaputt. Hier die scharfe Trennung mit echten Beispielen.
Von Wlad Jachtchenko · 24. August 2026
Wenn dein CEO "wir machen jetzt OKRs" sagt und dein CFO "ich brauche KPIs", reden beide oft aneinander vorbei. Beide sind Mess-Systeme, aber sie messen fundamental Unterschiedliches. Wer das verwechselt, baut Bürokratie ohne Ergebnis.
KPI · der Puls.
KPI = Key Performance Indicator. Misst was dein Geschäft tut, jetzt, kontinuierlich. Umsatz, Conversion-Rate, Mitarbeiter-Fluktuation, Cycle-Time. Was alle KPIs gemeinsam haben: sie sollen STABIL bleiben (oder sich kontinuierlich verbessern). Wenn dein Umsatz-KPI dramatisch steigt UND danach wieder fällt, war das kein Erfolg · das war ein Spike.
OKR · der Hebel.
OKR = Objectives and Key Results. Setzt ein klares Ziel und 3-5 messbare Hebel die dich da hin bringen. Was alle OKRs gemeinsam haben: sie sollen sich VERÄNDERN · das Ziel zu erreichen heißt, an einem bestimmten Quartal sind die Key Results anders als am Anfang.
Beispiel: Objective "Wir sind die meistgewählte AI-Plattform für Mittelstand". Key Results: 50 neue Mittelstand-Klienten · Net-Promoter-Score 65+ · 5 Pressezitate in Top-3-Branchen-Magazinen. Das Quartal endet entweder mit JA (alle 3 erreicht) oder NEIN (1+ nicht). Keine Mittelwege.
Das Anti-Pattern das fast jeder macht.
Falsch: KPI als OKR umzubenennen. "Umsatz steigern um 10%" ist KEIN OKR · das ist ein KPI-Ziel. Echte OKRs sind RICHTUNGSWECHSEL. "Aus einem Sales-getriebenen Unternehmen ein Product-getriebenes machen" · DAS ist ein OKR-Bereich.
Falsch zwei: jeden Mitarbeiter eigene OKRs setzen lassen. OKRs sind ein TEAM-Sport, nicht individuelle Performance-Reviews. Wenn jeder seine eigene OKR-Liste hat, läuft niemand in die gleiche Richtung.